Corona Neustarthilfe 2021 für Soloselbstständige

Veröffentlicht am 19.11.2020

Im Rahmen der Corona-Überbrückungshilfe Phase 3 für Januar bis Juni 2021 wird es ein Sonderprogramm für Soloselbstständige geben - die "Neustarthilfe".

Mittlerweile sind viele Rahmendaten bekannt (Quelle: FAQ des Bundes Stand 19.11.2020)

Antragsberechtigt: Soloselbstständige, insbesondere Künstler*innen und Kulturschaffende, die ansonsten im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen bzw. geltend machen können und die ihr Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) zu mindestens 51 Prozent aus selbständiger Tätigkeit erzielt haben.

•  Voraussetzungen: Umsatzrückgang im Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 um mindestens 50 % gegenüber dem Referenz-Umsatz. Der Referenz-Umsatz wird wie folgt berechnet: Durchschnittlicher Monatsumsatz 2019 multipliziert mit sieben.
Sonderfall Beginn der selbstständigen Tätigkeit nach dem 01.10.2019: Diese können als durchschnittlicher Monatsumsatz zwei Optionen für die Berechnung zugrunde legen: durchschnittliche Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 oder durchschnittlicher Monatsumsatz des 3. Quartals 2020 (1. Juli bis 30. September 2020). Und dann jeweils mit sieben multiplizieren.

•  Höhe des Zuschusses: 25 % des siebenmonatigen Referenzumsatzes

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Maximaler Zuschuss: Euro 5.000 (dieser wird erreicht bei einem Jahresumsatz 2019 von als € 34.286 und mehr; Rechenweg: 34.286 geteilt durch 12 = 2.857 durchschn. Monatsumsatz - dieser multipliziert mit sieben = 20.000 - davon 25 % = 5.000).

•  Gefördert werden folgende Fixkosten: Freier Zuschuss ohne Fixkosten-Begründung, sog. Betriebskostenpauschale.

•  Auszahlung als Vorschuss: Um wirklich eine schnelle Liquiditätsentlastung zu erreichen, soll die Neustarthilfe auch als Vorschuss ausgezahlt werden - also bevor der reale Umsatzrückgang "Dezember 2020 bis Juni 2021" feststeht. Das beinhaltet aber auch die Möglichkeit einer teilweisen Rückzahlung: Nämlich immer dann, wenn nach dem 30. Juni 2021 feststehen sollte, dass der Umsatzrückgang weniger als 50 % des Referenz-Umsatzes (siehe oben: Voraussetzungen) beträgt - oder anders ausgedrückt: Der Umsatz liegt über 50% des Referenz-Umsatzes. Die Höhe der Rückzahlung wird dann pauschal berechnet:
- Umsatz von 50 bis 70 Prozent des Referenz-Umsatzes: Rückzahlung 25 % der Neustarthilfe
- Umsatz von 70 bis 80 Prozent des Referenz-Umsatzes: Rückzahlung 50 % der Neustarthilfe
- Umsatz von 80 bis 90 Prozent des Referenz-Umsatzes: Rückzahlung 75 % der Neustarthilfe
- Umsatz oberhalb von 90 Prozent des Referenz-Umsatzes: Rückzahlung 100 % der Neustarthilfe
- Bagatellgrenze: Wenn die so errechnete Rückzahlung unterhalb von 500 Euro liegt, keine Rückzahlung

•  Neben der Grundsicherung möglich: Die Neustarthilfe ist aufgrund ihrer Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung u.ä. anzurechnen. Es handelt sich um einen unbürokratischen und schnellen Zuschuss, der – wenn die Antragsvoraussetzungen vorliegen – nicht zurückzuzahlen ist.

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Antragsweg: Noch nicht festgelegt. Nach den Regularien der Überbrückungshilfe Phase 2 müsste es ohne die Einschaltung eines Steuerberaters möglich sein.

•  Antragsfrist: Programmierung läuft, dito Abstimmung mit EU. Anträge können vermutlich in den ersten Wochen 2021 gestellt werden.

Aus meiner Sicht auf jeden Fall sehr hilfreich für Prüfung und Antrag: Der Jahresabschluss bzw. die Einnahme-Überschuss-Rechnung 2019 und aktuelle und aussagefähige BWAs 2020 - und möglichst auch schon der Jahresabschluss bzw. die Einnahme-Überschuss-Rechnung 2020. Hierzu weitere Informationen auf www.jahresabschluss-2020.cd-sander.de.

Die aktuelle laufende Überbrückungshilfe Phase 2 für die Monate September bis Dezember 2020 finden Sie hier.

Die spezielle Novemberhilfe 2019 für geschlossene Unternehmen und davon mittelbar betroffene Unternehmen finden Sie hier.

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•  Nutzen Sie die Informationen hier auf www.corona-krise.cd-sander.de.
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