Corona Überbrückungshilfe

Aktualisierung 09.07.2020 - alle aktualisieren Textstellen in kursiver Schrift

Das neue Bundesprogramm für Corona-Schäden Juni bis August

Am 12. Juni hat die Bundesregierung ein Folgeprogramm für die "Corona-Soforthilfe" beschlossen: Die "Corona-Überbrückungshilfe". Diese soll Unternehmen, die weiterhin stark von Schließung oder Umsatzeinbußen betroffen sind, bei den Fixkosten für die Monate Juni bis August durch nicht rückzahlbare Zuschüsse unterstützen.

Die Rahmendaten kurz gefasst (Basis: Veröffentlichung der Bundesregierung):

•  Antragsberechtigt: Kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren, Soloselbstständige, selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind.
•  Voraussetzung 1: April und Mai 2020 Umsatzrückgang gegenüber April und Mai 2019 von mindestens 60 % (Gründung nach April 2019: Vergleichsmonate sind Dezember und November 2019) und das Unternehmen darf sich am 31.12.2019 nach EU-Definition nicht "in Schwierigkeiten" befunden haben.
•  Voraussetzung 2 und Höhe des Zuschusses : Die Höhe des Zuschusses bedient einen Teil der Fixkosten des Unternehmens und ist gekoppelt an den Umsatzrückgang in den Monaten Juni bis August und wird wie folgt dargestellt:
- 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
- 50 Prozent bei Einbruch zwischen 50 und 70 Prozent
- 40 Prozent bei Einbruch zwischen 40 und unter 50 Prozent
Liegt der Umsatz in einem Fördermonat bei wenigstens 60 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats, entfällt die Überbrückungshilfe anteilig für den jeweiligen Fördermonat.
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Maximaler Zuschuss:
- Die maximale Förderung beträgt 150.000 Euro für drei Monate.
- Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 9.000 Euro für drei Monate.
- Bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 15.000 Euro für drei Monate.
- In begründeten Ausnahmefällen – Kleinunternehmen mit sehr hohen Fixkosten – können diese Höchstbeträge überschritten werden.
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Gefördert werden Fixkosten: Das sind alle Sachkosten und Personalkosten - aber nicht der Unternehmerlohn (Ausnahme NRW: Hier gibt es wie bei der Soforthilfe für die "Kleinen" wieder einen pauschalen Ansatz - finanziert aus Landesmitteln).
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Antragsweg:
- Stufe 1 - Voraussetzung 1 und 2: Glaubhaftmachung der Antragsvoraussetzungen und der erstattungsfähigen Fixkosten - auf Basis von Schätzungen zumindest für die Kosten, für die Umsätze möglichst auf Basis der Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Für diese Stufe gibt es ein unverbindliches Berechnungsprogramm bei Ihrer IHK.
- Stufe 2 - Voraussetzung 2 : nachträglicher Nachweis - nach Programmende findet eine Soll-Ist-Abrechnung statt. Bei Abweichung der tatsächlichen Umsätze von der Prognose sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen oder werden nachträglich aufgestockt.
- In beiden Wegen muss ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer die Angaben bestätigen bzw. die Angaben selber in den digitalen Antragsweg einstellen.
- Anträge werden über die Länder laufen analog zur Soforthilfe. Derzeit sind Anträge noch nicht möglich.
Kommentar: Das wird spannend - allein schon beim Thema "Umsatzrückgang": Ist der Umsatz gemeint oder in entsprechenden Branchen die Gesamtleistung? Unternehmen mit Ist-Versteuerung haben da schöne Gestaltungspotenziale.
Und was die Steuerberater angeht: Ich gehe davon aus, dass deren Verbände und Kammern ihre Mitglieder als erste und bestens informieren werden, so dass Sie von Ihrem Steuerberater unaufgefordert intensive Unterstützung erhalten werden. Wenn Sie auf „Nummer Sicher“ gehen wollen, können Sie bei Ihrem Steuerberater ja schon mal nachfragen.

Weitere Details vom Wirtschaftsministerium in Bayern und in NRW

Auf der Suche nach weiteren Details wurde ich auf der Seite des WiMin Bayern fündig: Hier ist der Link. Und seit dem 07. Juli auch in NRW unter diesem Link.

Was jetzt zu tun ist

Geduld ist die erste Bürgerpflicht. Da das Programm in den Daten-Anforderungen und im Verfahren wesentlich komplexer ausgestaltet ist als die "Corona-Soforthilfe" wird es wohl noch dauern, bis die Anträge möglich sein werden.

Aber: Mit der Seite der WiMin Bayern und NRW haben Sie aus meiner Sicht eine gute Basis, mit der Vorbereitung zu beginnen. Vorausgesetzt Sie erfüllen die obige "Voraussetzung 1" und erwarten auch für Juni, Juli und August deutliche Umsatzrückgänge - siehe oben unter Voraussetzung 2.

Achtung Überschneidung mit der Corona-Soforthilfe: Aus den Vorgaben für den Verwendungsnachweis zur Corona-Soforthilfe wird deutlich, dass diese nicht pauschal für die Monate März bis Mai gilt, sondern ab Antragstellung für drei Monate. Daher kann die Soforthilfe also auch für die Monate Juni und Juli gelten. Wenn dass der Fall ist, müssen Sie die erhaltene Soforthilfe von der Überbrückungshilfe abziehen (Kumulationsverbot).

Aus meiner Sicht sehr hilfreich
für Prüfung und Antrag: Der Jahresabschluss 2019.

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