Corona Überbrückungshilfe

Aktualisierung 09.09.2020 - alle aktualisieren Textstellen in kursiver Schrift

Das neue Bundesprogramm für Corona-Schäden Juni bis August (und länger?)

Am 12. Juni hat die Bundesregierung ein Folgeprogramm für die "Corona-Soforthilfe" beschlossen: Die "Corona-Überbrückungshilfe". Diese soll Unternehmen, die weiterhin stark von Schließung oder Umsatzeinbußen betroffen sind, bei den Fixkosten für die Monate Juni bis August durch nicht rückzahlbare Zuschüsse unterstützen.

Verlängerung für weitere Monate: Laut Presseberichten von Anfang September soll das Programm in einer zweiten Phase für weitere drei Monate fortgeführt werden. Für diesen neuen Zeitraum wäre dann ein weiterer Antrag möglich. Für den Zeitraum Juni bis August ändere sich nichts (Details siehe unten). Auf der Internetseite des Landes NRW zur Überbrückungshilfe findet sich heute (09.09.2020) dazu noch kein Hinweis. Weitere offizielle Verlautbarungen bleiben also abzuwarten.

Das Verfahren ist nicht ganz einfach - siehe die nachstehenden Details. Bei Interesse kann ich Ihnen unverbindlich und ohne Garantie eine Exceltabelle mit einer Vorabkalkulation Ihrer Antragsberechtigung zur Verfügung stellen.

Die Rahmendaten kurz gefasst (Basis: Veröffentlichung der Bundesregierung):

•  Antragsfrist: Anfang August ist die Antragsfrist verlängert worden. Sie können den Antrag stellen bis zum 30. September 2020. Ihr Vorteil dabei: Auf Basis der BWA August 2020 brauchen Sie jetzt die Umsätze und die Fixkosten der Monate Juni bis August nicht mehr zu schätzen - sondern Sie haben die Ist-Zahlen vorliegen. Damit können Sie direkt beurteilen, ob ein Antrag - und der damit verbundene Zeitaufwand - sinnvoll ist. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihre August-BWA "zügig" vorliegt.
•  Antragsberechtigt: Kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren, Soloselbstständige, selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind. Aber Achtung: Sie können den Antrag nicht selber stellen, sondern dass muss Ihr Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer für Sie tun - und zwar für beide der unten dargestellten Antrags-Stufen. Dieser muss sich dabei in einem Portal der Bundesregierung registrieren und dann Anträge stellen.
•  Voraussetzung 1: April und Mai 2020 Umsatzrückgang gegenüber April und Mai 2019 von mindestens 60 % (Gründung nach April 2019: Vergleichsmonate sind Dezember und November 2019) und das Unternehmen darf sich am 31.12.2019 nach EU-Definition nicht "in Schwierigkeiten" befunden haben.
•  Voraussetzung 2 und Höhe des Zuschusses : Die Höhe des Zuschusses bedient einen Teil der Fixkosten des Unternehmens und ist gekoppelt an den Umsatzrückgang in den Monaten Juni bis August und wird wie folgt dargestellt:
- 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
- 50 Prozent bei Einbruch zwischen 50 und 70 Prozent
- 40 Prozent bei Einbruch zwischen 40 und unter 50 Prozent
Liegt der Umsatz in einem Fördermonat bei wenigstens 60 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats, entfällt die Überbrückungshilfe anteilig für den jeweiligen Fördermonat.
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Maximaler Zuschuss:
- Die maximale Förderung beträgt 150.000 Euro für drei Monate.
- Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 9.000 Euro für drei Monate.
- Bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 15.000 Euro für drei Monate.
- In begründeten Ausnahmefällen – Kleinunternehmen mit sehr hohen Fixkosten – können diese Höchstbeträge überschritten werden.
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Gefördert werden Fixkosten: Das sind alle Sachkosten und anteilige Personalkosten - aber nicht der Unternehmerlohn (Ausnahme NRW: Hier gibt es wie bei der Soforthilfe für die "Kleinen" wieder einen pauschalen Ansatz - finanziert aus Landesmitteln).
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Antragsweg:
- Stufe 1 - Voraussetzung 1 und 2: Glaubhaftmachung der Antragsvoraussetzungen und der erstattungsfähigen Fixkosten - auf Basis von Schätzungen zumindest für die Kosten, für die Umsätze möglichst auf Basis der Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Für diese Stufe gibt es ein unverbindliches Berechnungsprogramm bei Ihrer IHK.
- Stufe 2 - Voraussetzung 2 : nachträglicher Nachweis - nach Programmende findet eine Soll-Ist-Abrechnung statt. Bei Abweichung der tatsächlichen Umsätze von der Prognose sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen oder werden nachträglich aufgestockt.
Kommentar: Das wird spannend - allein schon beim Thema "Umsatzrückgang": Ist der Umsatz gemeint oder in entsprechenden Branchen die Gesamtleistung? Unternehmen mit Ist-Versteuerung haben da schöne Gestaltungspotenziale.
Und was die Steuerberater angeht: Ich gehe davon aus, dass deren Verbände und Kammern ihre Mitglieder als erste und bestens informieren werden, so dass Sie von Ihrem Steuerberater unaufgefordert intensive Unterstützung erhalten werden. Wenn Sie auf „Nummer Sicher“ gehen wollen, können Sie bei Ihrem Steuerberater ja schon mal nachfragen.
Einen zusammenfassenden Beitrag für Steuerberater (und nicht nur für diese) finden Sie in der Fachzeitschrift "NWB Betriebswirtschaftliche Beratung" in der August-Ausgabe (gegen Bezahlung).

Weitere Details vom Wirtschaftsministerium in Bayern und in NRW

Auf der Suche nach weiteren Details wurde ich auf der Seite des WiMin Bayern fündig: Hier ist der Link. Und seit dem 07. Juli auch in NRW unter diesem Link.

Achtung Überschneidung mit der Corona-Soforthilfe: Aus den Vorgaben für den Verwendungsnachweis zur Corona-Soforthilfe wird deutlich, dass diese nicht pauschal für die Monate März bis Mai gilt, sondern ab Antragstellung für drei Monate. Daher kann die Soforthilfe also auch für die Monate Juni und Juli gelten. Wenn dass der Fall ist, müssen Sie die erhaltene Soforthilfe von der Überbrückungshilfe abziehen (Kumulationsverbot).

Aus meiner Sicht sehr hilfreich
für Prüfung und Antrag: Der Jahresabschluss 2019.

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