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Unternehmerische Vorsicht: Den "Worst-Case" ins Auge fassen

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Das unternehmerische Umfeld wird schwieriger

Die Stichworte zu dieser Überschrift sind derzeit mehr oder weniger allgegenwärtig: Es begann mit Corona, es folgten die daraus resultierenden Lieferkettenprobleme / Lieferengpässe und Preissteigerungen und dann kam der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Parallel dazu beschäftigen der Fachkräftemangel und die Herausforderungen der Digitalen Transformation und der Umstellung Richtung Nachhaltigkeit. Die Begleitumstände unternehmerischen Handelns werden in vielen (allen !?) Branchen unwägbarer und die Schwankungsbreiten (Volatilität) werden größer.

Der größte anzunehmende Schaden: Der "Worst-Case"

Niemand möchte den sog. Worst-Case beschwören. Aber die unternehmerische Vorsicht gebietet, diesen als Möglichkeit nicht außer Acht zu lassen. Das bedeutet: Eine überschlägige Rechnung erstellen für die Frage „Was würde passieren, wenn unser Umsatz kurz- oder mittelfristig um z.B. 20% oder sogar 50% einbrechen würde?“.

Beispielrechnungen für den Worst-Case

Für die gestellte Frage gibt es zwei Rechenwege – hier dargestellt mit einem beispielhaften Umsatzrückgang von 20%: Einmal Umsatzrückgang und seine Wirkungen ohne Reaktionen des Unternehmens auf denselben und einmal mit ersten Reaktionen auf den Umsatzrückgang.

Sollte die Rechnung als Ergebnis einen Verlust zeigen, so wird dieser dem Eigenkapital des Unternehmens gegenüber gestellt: Das Eigenkapital sollte so hoch sein, dass der Verlust vollständig aufgefangen werden könnte. Andernfalls läuft das Unternehmen Gefahr, bei Eintreten des Worst-Case bilanziell überschuldet zu sein.

Die Modellrechnungen können Sie im Download-Bereich als Zahlenbeispiel herunterladen:

1. Der Umsatz geht zurück und das schlägt „ohne Reaktionen“ durch
Die Gewinn- und Verlustrechnung des letzten Jahres nehmen und schlicht durchrechnen mit folgenden Größen:
•  Unveränderte Wareneinsatzquote (Wareneinsatz in % vom Umsatz)
•  Unveränderte Kosten in allen Positionen (Personal, AfA, Sach, Zinsen, . . .)
Das Ergebnis: Wie hoch wird der Jahresüberschuss dann noch ausfallen bzw. welcher Verlust würde entstehen?
In der Modellrechnung ergibt sich ein Verlust von T€ 88. Bei einem „üblichen“ GmbH-Stammkapital von T€ 25 wäre das Unternehmen bilanziell überschuldet es wäre zu prüfen, ob Insolvenz wegen Überschuldung anzuzeigen ist.

2. Der Umsatz geht zurück und das Unternehmen reagiert sofort
Der Rechenweg ist derselbe aber das Unternehmen rechnet realistische Gegenmaßnahmen mit ein:
•  Wareneinsatz: welche Einsparungen sind möglich, sodass die Wareneinsatzquote geringer ausfallen wird (das hängt natürlich auch davon ab, in welchen Geschäftssegmenten der Umsatz zurückgeht)
•  Kosten: welche Kosteneinsparungen sind querbeet realistisch direkt möglich, welche vielleicht mit etwas Zeitverzögerung
Das Ergebnis: Wie hoch wird der Jahresüberschuss dann noch ausfallen bzw. welcher Verlust würde entstehen?
In der Modellrechnung verbleibt immerhin noch ein Jahresüberschuss von T€ 46 (nach T€ 98 im Basisjahr 2021).

Sie können diese Modellrechnungen natürlich auch anders gestalten, indem Sie z.B. von Materialpreissteigerungen ausgehen oder diese zusätzlich zum Umsatzrückgang mit berücksichtigen etc.

Vorbeugung vor Umsatzrückgang und damit Worst-Case

Unabhängig vom Ausgang einer Worst-Case-Rechnung stellt sich natürlich die Frage: Wie können Unternehmen vorbeugen. Das heißt nicht, dass Sie einen Umsatzrückgang immer werden vermeiden können. Aber Sie können dafür sorgen, dass dieser Sie nicht überrascht und sich womöglich zu einem Worst-Case ausweitet.

Der Weg dahin lautet: Einen „Plan B“ entwickeln und in der Schublade haben nach dem Motto „was würde ich tun, wenn . . .“. Die Themen, die Sie dafür bearbeiten sollten, finden Sie ausführlich dargestellt auf www.rezession-was-tun.de für die folgenden Bereiche:

•  Liquidität und Finanzierung
•  Kosten
•  Markt
•  Lieferanten
•  Ziele und Planungen
•  Aktivitäten

Weitere Anregungen zu einzelnen Themen finden Sie auf www.methoden-fuer-kmu.de. Diese Anregungen können Sie natürlich auch nutzen, wenn sich Ihr Unternehmen schon in der Phase rückläufiger Umsätze befindet – und nicht „nur“ für die Vorbeugung. Einen weiteren Überblick zum Thema finden Sie aktuell auf der Internetseite des Bundesverband Die KMU-Berater: „Auswirkungen der Ukraine-Krise auf die inländische Wirtschaft“.

Fragen zur Umsetzung in Ihrem Unternehmen

Sie möchten sich zur Umsetzung dieses "Aktuellen Themas" austauschen, haben Fragen dazu - dann rufen Sie mich einfach an ( 02131-660413 ) oder nutzen Sie den E-Mail-Kontakt (info(at)cd-sander.de). Ich freue mich auf einen ersten unverbindlichen Austausch mit Ihnen.

Ihre Anregungen

Ich freue mich über Anregungen zu weiteren Themen oder Akzenten, die Ihnen wichtig sind und die auch anderen Unternehmen Impulse geben können. Sprechen Sie mich gerne an: 02131-660413 oder per E-Mail.

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