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Sicherheitenstrategie: Eine wichtige aber oft übersehene Chefaufgabe
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So hängen Finanzierungsstrategie und Sicherheitenstrategie zusammen
Viele Unternehmen haben eine Finanzierungsstrategie. Aber nur wenige haben eine Sicherheitenstrategie. Dabei sind diese beiden Chefaufgaben zwei Seiten einer Medaille: Finanzierungsstrategie: Welcher Finanzierungsbedarf wird sich in den kommenden Jahren aus unserer Unternehmensstrategie ergeben und wie wollen wir diesen möglichst zukunftssicher und günstig finanzieren?
Sicherheitenstrategie: Welche Vermögenswerte sind im Unternehmen und Privat vorhanden und wie wollen wir diese zur Unterstützung der Finanzierungsstrategie einsetzen?
In der Beratung ist oft zu beobachten: Eine Finanzierungsstrategie ist mehr oder weniger umfangreich durchaus vorhanden. Über eine Sicherheitenstrategie wurde aber eigentlich noch nie wirklich nachgedacht. Wie ist das bei Ihnen?
Die entscheidenden Fragen einer Sicherheitenstrategie
Die entscheidenden Fragen einer Sicherheitenstrategie lauten: Welche Vermögenswerte haben wir überhaupt im Unternehmen und Privat, die als Sicherheiten dienen könnten?
Welche davon sind bereits als Sicherheiten an wen vergeben worden?
Welche von den noch freien Vermögenswerten wollen wir nicht als Kreditsicherheit zur Verfügung stellen?
Welche freien Vermögenswerte könnten wir im Rahmen der Finanzierungsstrategie für welche Kreditaufnahmen nutzen?
Die Antworten auf diese Fragen sind mit verschiedenen Herausforderungen verbunden.
Herausforderung Nr. 1: Kreditgeber fordern Sicherheiten – und wie viele?
Viele Unternehmen sehen sich bei Kreditanfragen von Ihren Banken und Sparkassen mit der Frage konfrontiert: Welche Sicherheiten können Sie uns zur Verfügung stellen? Dabei ist der Absicherungsbedarf der Kreditinstitute umso höher, je niedriger die Bewertung der Bonität des Unternehmens im Rating des Kreditgebers ausfällt. Daher ist es schon mal wichtig, das Rating der eigenen Kreditgeber zu kennen. Dabei hilft meistens nur: fragen, fragen, fragen! Die genannte Ratingnote können Sie dann mit dem Ratingnotenvergleich der KMU-Berater einschätzen.
Zum grundsätzlichen Umgang mit Sicherheiten lesen Sie den Beitrag „Kreditsicherheiten: 3 Grundsätze für Ihr Handeln“ im "Kapitel 01. Liquidität und Finanzierung" meiner Praxistipps. Alle relevanten Informationen zu Sicherheiten und ihrer Bewertung durch Kreditgeber finden Sie im Kapitel 8 „Sicherheiten: Die Sichtweise der Kreditgeber verstehen“ in meinem Buch „Mit Kreditgebern auf Augenhöhe verhandeln.
Das ist die Basis für Ihre weiteren Überlegungen zu Ihrer Sicherheitenstrategie.
Herausforderung 2: Überblick über die Vermögenswerte
Oft gibt es keine vollständige Übersicht aller Vermögenspositionen im Unternehmen und auch Privat. Dann sollte diese erarbeitet werden. Wichtig ist dabei: An alle Aspekte denken. Oft werden private Rücklagen oder Altersvorsorgeverträge nicht mitgedacht. Diese sind aber wichtig, wenn es um die vierte Herausforderung geht.
Damit haben Sie übrigens gleich die Grundlagen gelegt für eine ausführliche Vermögens- und Verbindlichkeiten-Übersicht, die Kreditgeber oft von Einzelunternehmern und den Gesellschafter-, Geschäftsführer von GmbHs verlangen – auch Selbstauskunft genannt. Diese dient dann zur Prüfung des privaten Vermögensbestandes als Unterlegung für die Kredite bzw. die selbstschuldnerische Bürgschaft bei Kapitalgesellschaften.
Herausforderung 3: Fehlender Überblick über bestehende Sicherheitenverträge
Viele Unternehmen wissen nicht wirklich genau, welche Sicherheitenverträge sie schon bisher mit ihren verschiedenen Kreditgebern abgeschlossen haben. Und vor allem wissen sie nicht, welche davon noch gültig sind. Denn viele Sicherheitenverträge verlieren selbst dann nicht ihre Gültigkeit, wenn der diesen zugrunde liegende Kredit bereits vollständig zurückgezahlt ist. Warum das so ist lesen Sie in meinem Beitrag „Kreditsicherheiten: Weite Sicherungszweckerklärungen vermeiden“.
Darum benötigen Unternehmen einen sog. „Sicherheitenspiegel“. In diesem werden alle (noch) bestehenden Sicherheiten aufgeführt mit den entsprechenden Grunddaten und dazugehörigen Krediten. Dieser ergänzt den sog. „Bankenspiegel“, in dem alle Kredite mit ihren Details aufgeführt sind, so dass immer ein aktueller und übersichtlicher Gesamtblick besteht.
Sie haben noch keinen (vollständigen) Sicherheitenspiegel: Dann erstellen Sie bitte einen solchen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, über welche Sicherheiten Ihre Kreditgeber noch verfügen, dann fordern Sie von diesen eine entsprechende Übersicht an.
Dieser Gesamtüberblick ist dann auch Grundlage für eventuelle Verhandlungen mit ihren Kreditgebern über die Freigabe von Sicherheiten, die diese „eigentlich“ nicht mehr benötigen, weil die Kredite längst zurückgezahlt sind. Dafür wiederum ist der Blick auf Ihr Rating bei der Bank wichtig – siehe Herausforderung 1.Herausforderung 4: Die eigene Sicherheit – freie Vermögenswerte erhalten
Sie werden für die eigene Absicherung und die Ihrer Familie möglichst nicht alle privaten Vermögenswerte als Sicherheit zur Verfügung stellen wollen. Welche das sind oder sein sollten: Überlegen Sie das bitte vor einer Kreditverhandlung. Sonst laufen Sie Gefahr, diese doch zur Verfügung zu stellen, weil Sie den Kredit gerne haben möchten oder sogar unbedingt brauchen. Damit ist auch schon eine womöglich sehr schwierige Entscheidung angesprochen: Auf einen (benötigten) Kredit verzichten, um die private Vermögenssubstanz nicht 100%ig als Sicherheit zu geben.Herausforderung 5: Verbindung von Finanzierungs- und Sicherheitenstrategie
Wenn Sie die Herausforderungen – oder auch Aufgaben – eins bis vier bearbeitet haben, haben Sie eine gute Grundlage für die folgende Fragestellung:
Welche Sicherheiten will ich heute und morgen für den weiteren Finanzierungsbedarf meines Unternehmens gezielt zur Verfügung stellen? Um die Frage an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Wenn Sie heute über eine Aufstockung des Kontokorrentkredites verhandeln und auf Basis Ihrer Finanzierungsstrategie planen, in einem Jahr eine Hallenerweiterung mit einem öffentlich geförderten Kredit zu finanzieren: Dann sollten Sie jetzt nicht die eventuell von der Bank geforderte Eintragung einer weiteren Grundschuld akzeptieren, sondern diese für die Hallenerweiterung reservieren. Also gilt es über andere Sicherheiten für den Kontokorrentkredit zu sprechen oder sogar, diesen möglichst ohne weitere Sicherheitenstellung zu erhalten – siehe Herausforderung 1.Fragen zur Umsetzung in Ihrem Unternehmen
Sie möchten sich zur Umsetzung dieses "Aktuellen Themas" austauschen, haben Fragen dazu - sprechen Sie mich gerne an für einen unverbindlichen Kontakt: 02131-660413 oder info(at)cd-sander.de.Ihre Anregungen
Ich freue mich über Anregungen zu weiteren Themen oder Akzenten, die Ihnen wichtig sind und die auch anderen Unternehmen Impulse geben können. Sprechen Sie mich gerne an: 02131-660413 oder per E-Mail: info(at)cd-sander.de.

