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Frühwarnindikatoren für Ihre Liquiditätssteuerung

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Liquidität steuern ist Chefaufgabe

Damit ist nicht gemeint, dass Sie unbedingt jeden Tag selber Ihre Bankkonten disponieren müssen. Aber Sie müssen Ihren Mitarbeiter/innen die entsprechenden Vorgaben für diese Disposition an Hand geben.

Banken und Sparkassen orientieren sich bei diesem Thema vor allem an der Kontoführung. Betriebswirtschaftlich gesehen sind die kritischen Ansatzpunkte einer Kontoführung zwar Spätwarnindikatoren (die Ursachen für eine im Konto angespannte Liquidität wurden viel früher gelegt - siehe das letzte Thema an dieser Stelle - jetzt zu finden unter www.methoden-fuer-kmu.de im Kapitel Marktbearbeitung). Aber wenn die Kreditgeber es so sehen, gilt es in der Unternehmenssteuerung dafür zu sorgen, dass Sie Ihren Banken und Sparkassen keine Warnsignale im Sinne deren Frühwarnindikatoren (unbewusst) übersenden.

Risikoindikator "Steife Kreditinanspruchnahme"

Sie haben eine Kontokorrentkreditlinie vereinbart und der Sollsaldo auf Ihrem Bankkonto (also Ihre Inanspruchnahme des vereinbarten Kreditrahmens) steigt kontinuierlich an und "kratzt" häufig an der Kreditlinie entlang = klarer Risikoindikator.

Was Banken mögen: Eine bewegliche Kreditinanspruchnahme möglichst mit wechselnden Salden. Also: täglich sich verändernde Kontostände mit gutem Abstand zur vereinbarten Kreditlinie und tageweise auch mal Kontostände (Salden) im Guthaben.

Was Sie tun sollten: Eine Warnlinie für Ihre Kontodisposition festlegen. Sie haben zum Beispiel eine Kontokorrentkreditlinie von € 100.000 vereinbart und weisen Ihre Mitarbeiter/innen an, Sie zu informieren, sowie die Kreditinanspruchnahme € 70.000 erreicht. Jetzt können Sie in aller Ruhe überlegen, wie Sie einen weiteren Anstieg verhindern - es zumindest nicht zu einer steifen Inanspruchnahme kommen lassen. Den Abstand legen Sie fest, indem Sie sich zum Beispiel orientieren an einem Prozentanteil des Monatsumsatzes oder der monatlichen Kosten. Oft gibt ein Blick in die Kontostände der Vergangenheit eine gute Orientierung bei der Festlegung der Warnlinie.

Übrigens: Die "wechselnden Salden" erreichen Sie einfacher, wenn Sie zwei kreditgebende Hauptbankverbindungen haben. So können Sie die eine mal ins Guthaben fahren, während sie bei der anderen Bank die Kreditlinie stärker ausschöpfen und umgekehrt. Dazu gehört natürlich die bewusste Steuerung der Zahlungseingänge (ggf. auch mit Ansprache bestimmter Kunden) und Zahlungsausgänge.

Risikoindikator "Überziehung"

Der Saldo auf Ihrem Bankkonto überschreitet die vereinbarte Kreditlinie. Das sollte "eigentlich" nie vorkommen. Wenn es sich gar nicht vermeiden lassen sollte:

Was Sie tun sollten: Bereits wenn sich absehen lässt, dass es zu einer Überziehung kommen könnte, sprechen Sie Ihren Bankbetreuer an und geben ihm dazu vier Informationen:

•  Grund der möglichen Überziehung: Welche Entwicklung im Unternehmen, in der Liquidität ist die auslösende Ursache.
•  Maximale Höhe der möglichen Überziehung
•  Maximale Dauer der möglichen Überziehung
•  Aus welchen Eingängen die mögliche Überziehung zurückgeführt werden wird

Dann haben Sie bei "normalen" Bankverbindungen eine relativ gute Chance, dass Ihre Bank Ihre Überziehungen zulassen / genehmigen wird.

Bedenken Sie: Viele Institute arbeiten heute mit einer Routine namens "auto-return" oder ähnlich. Dies bedeutet nichts anderes, als dass alle Verfügungen, die zu einer Überziehung führen, vollautomatisch ohne menschliches Eingreifen direkt zurückgegeben werden (Lastschriften), nicht ausgeführt werden (Überweisungen). Und das gerne auch bei Kleinstbeträgen.

Und Achtung: Im Rating der Banken gibt es einen weiteren Automatismus: Nach 90 Tagen Überziehung stürzt das Rating Ihres Unternehmens vollautomatisch ins "Bodenlose". Dies ist eine Vorgabe aus Basel II für alle Banken und Sparkassen. Daher bitte bei Vereinbarung einer Überziehung ansprechen, dass die von der Bank genehmigten Überziehungstage nicht in dieser 90-Tage-Regel mitgezählt werden.

Frühwarnindikatoren und Rating

Apropos Rating: Nicht nur die Überziehungstage, sondern auch bereits die steife Kreditinanspruchnahme führt in allen Ratingsystemen zu einer Herabstufung der Bonität Ihres Unternehmens.

Und wenn Ihr Unternehmen gar nicht mehr einem Vollrating (Jahresabschlussanalyse und Beantworten eines qualitativen Fragenkataloges), sondern nur noch mit einem "Schnell-Rating" beurteilt wird, dann geht es nur noch um Ihre Kontoführung. Immer mehr Kreditinstitute weiten den Kreis der Firmenkunden aus, die nur noch mit einem Schnell-Rating bewertet werden. Denn das läuft monatlich und vollautomatisch - spart also viel Arbeit. Vielleicht sprechen Sie mit Ihrem Bankbetreuer einmal darüber.

Fragen zur Umsetzung in Ihrem Unternehmen

Sie möchten sich zur Umsetzung dieses "Aktuellen Themas" austauschen, haben Fragen dazu - dann rufen Sie mich einfach an ( 02131-660413 ) oder nutzen Sie den E-Mail-Kontakt. Ich freue mich auf einen ersten unverbindlichen Austausch mit Ihnen.

Ihre Anregungen

Ich freue mich über Anregungen zu weiteren Themen oder Akzenten, die Ihnen wichtig sind und die auch anderen Unternehmen Impulse geben können. Sprechen Sie mich gerne an: 02131-660413 oder per E-Mail.

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